Im Flug durch Raum und Zeit

A German translation of Adrift in Space and Time.

Genießen wir, was jetzt beginnt!
Denn es tut gut zu spür’n,
dass wir ein großes Ganzes sind
indem wir meditier’n.

Die Worte führ’n in Vers und Reim
durch die Unendlichkeit
die uns umgibt als unser Heim
im Flug durch Raum und Zeit.

Als Erstes spür’n wir mühelos
in uns’re Körper rein.
Wir brauchen nichts zu tun als bloß
im Hier und Jetzt zu sein.

Wir spüren Füße, Beine, Bauch,
die Hände und den Kopf
und alles sonst wo immer auch
der selbe Pulsschlag klopft.

Durch alles in uns strömt das Blut
mit Sauerstoff als Fracht
und Treibstoff für die Lebensglut
in der der Geist erwacht.

Darf uns’re Atmung ruhig gehn,
wird unser Denken klar,
macht uns präsenter, zeigt uns den
Moment unmittelbar.

So öffnet sich uns Stück um Stück
der unbeschwerte Flug
von Augenblick zu Augenblick
mit jedem Atemzug.

Der Geist mit dem wir meditier’n,
ist dafür vorgesehn,
den Körper durch die Welt zu führ’n
und in ihr zu besteh’n.

Drum wenden wir uns hin zur Welt,
zum großen Drumherum.
Wie ist es jetzt um uns bestellt?
Schauen wir uns einmal um!

Wer nicht ertaubt ist oder blind,
der hört sich um und sieht,
wie wir von dem umzingelt sind,
was rundherum geschieht.

Der Ort der uns jetzt hier umringt
ist ebenso real
wie Atemluft die uns durchdringt.
Das spür’n wir ebenfalls.

Die Atemluft, die wir uns teil’n,
die in und um uns fließt,
ist Teil des Hier in dem wir weil’n
und das uns jetzt umschließt.

Wir teilen auch den Untergrund
der alles hier erhält,
was mit uns atmet rings um uns,
als Kinder dieser Welt.

Doch was die Wahrnehmung entdeckt,
ist kaum der Rede wert.
Das Hier, das sich um uns erstreckt,
umfasst noch sehr viel mehr.

In Nord und Süd, in Ost und West,
am Horizont beginnt
die ausgedehnte Wölbung des
Planeten wo wir sind.

Was uns bekannt ist von der Welt
ist Oberflächlichkeit.
Darunter dreht sich stumm der Fels
im Flug durch Raum und Zeit.

Mit klarem, off’nem, weitem Geist
ist das ganz leicht zu spür’n.
Wenn Vorstellung die Wege weist,
kann sie noch weiter führ’n.

Ob links, ob rechts, ob tief, ob hoch,
wohin wir auch nur schau’n,
folgt nur ein wenig ferner noch
der leere Weltenraum.

Viel größer als das Himmelszelt
und schwärzer als die Nacht,
doch schwer zu sehen: was uns enthält
ist nicht zum Seh’n gemacht.

Es überwältigt mühelos
die Vorstellung, wie weit
das Universum sich grandios
erstreckt in Ewigkeit.

Um aller Menschen Reich in dem
wir werden und vergeh’n
kreist unbeirrbar das System
der Sonne souverän.

Für was uns freut und uns missfällt
bleibt das dort draußen taub.
Dem draußen ist die ganze Welt
ein blaues Klümpchen Staub.

Die Erde ist nur ein Planet
von vielen zwischen kaum
zu zählendem Gestein und dreht
sich mit all dem im Raum.

Das alles sind nur Anhängsel,
nur Beiwerk das sich dreht
um was gigantisch, strahlend grell
in ihrem Zentrum steht.

Sie wiegt ein Tausendfaches mehr
als alles was hier kreist
und schenkt das Licht rings um sich her
das unser Leben speist.

Dreihunderttausend mal so schwer
wie uns’re Erde hier,
die unbedeutend, nebenher
nur profitiert von ihr.

Aus Wasserstoff wird Licht, das heißt
Millionen Tonnen pro
Sekunde werden dort verheizt,
verschmelzen lichterloh.

Sie bilden dabei Helium
und and’re Teilchen für
das essentielle Medium
von Leben wie uns hier.

Zu nahe an der Sonne brennt
ihr Licht jedoch zu heiß
für Leben, das die Sonne kennt
und diese Wahrheit weiß.

Und zu weit draußen bleibt’s zu kühl,
weil wo Chemie gefriert
der Moleküle freies Spiel
nie Fleisch und Geist kreiert.

Und ferner noch, in tiefster Nacht,
treibt Eis und Fels so fern,
dass uns’rer Sonne große Pracht
nur aussieht wie ein Stern.

Durch reines Glück ist uns’re Welt
nicht heiß und nicht gefror’n.
Sonst wär auch sie ein braches Feld
und niemand hier gebor’n.

Die Erde hier ist unser Heim,
und jeder Mensch ihr Kind
und auch ein Kind des Sonnenscheins
dem wir entsprungen sind.

Doch bleibt der Sonne Herrlichkeit
ein selt’nes Reich des Lichts
inmitten der Unendlichkeit
des abgrundtiefen Nichts.

Von hier in alle Richtungen
erstrecken sich die schwer
beschreibbaren Entfernungen
des Weltalls um uns her.

Der Weltraum ist vor allem leer,
ein finst’res kaltes Nichts,
durchzogen nur vom Hin und Her
des schwachen Sternenlichts.

Natürlich gibt es Schwerkraft, die
von schweren Dingen rührt,
und dunkle Energie, die sie
weg voneinander führt.

Doch nichts ist sichtbar, nichts zu hör’n,
zu riechen, schmecken, spür’n.
Wenn wir die Vorstellung beschwör’n,
so mag das zu nichts führ’n.

Und dennoch fühl’n wir irgendwie
die Weite überall.
Verdeckt vom Sichtbaren ist sie
doch jetzt und hier real.

Meditation erlaubt es dem
uns Menschen eig’nen Geist,
jetzt hier zu spür’n wie das System
der Sonne um uns kreist.

Die Monde und Planeten dort
erscheinen unbewohnt,
die Erde noch der einz’ge Ort
auf dem das Leben thront.

Doch alle Welten die im Raum
für Leben offen steh’n
zähl’n doch im großen Ganzen kaum.
Es gibt noch mehr zu seh’n!

Die kleinen Punkte Sternenlicht
sind Sonnen allesamt,
voll Glut die über fernen nicht
erforschten Welten flammt.

Für sie sind Menschenaugen bloß
zu unscharf und zu klein,
wodurch ein Stern stets ähnlich groß
und ähnlich hell erscheint.

Das Teleskop zeigt uns den Glanz
der Sterne sonnenhell
und dass nur riesigste Distanz
die Dunkelheit erhält.

Distanz ermisst den Raum der weit
um alle Sonnen fließt
und definiert die Örtlichkeit
die uns jetzt hier umschließt.

Denn alle diese Sonnen, die
bei Nacht am Himmel stehn,
sind uns’re Heimatgalaxie
von innen aus geseh’n.

Sie alle, hundert oder mehr
Milliarden wohl derzeit,
vereint die Schwerkraft um uns her
zu einer Einigkeit.

Dies wissend spüren wir jetzt grad
wie Atem durch uns weht
in einem kollossalen Rad
aus Sonnen, das sich dreht.

Und jede dieser Sonnen strahlt
voll Pracht und Herrlichkeit,
ganz klar und absolut real
im Flug durch Raum und Zeit.

Die Sterne scher’n sich nicht darum,
was uns hier mag gescheh’n.
Sie werden unverändert stumm
um unsre Gräber steh’n…

…sofern ein Stern nicht irgendwann
den Wasserstoff verzehrt
und seine Frist erreicht hat – dann
wird selbst ein Stern zerstört.

Hat einer ganz besonders groß
besonders hell brilliert,
so hat er ein besond’res Los:
er wächst und explodiert.

Die Supernovas, wie wir sie
bezeichnen, überstrahl’n
so manche ganze Galaxie
als gleißendes Fanal.

Die Wucht mit der sie explodier’n
muss alles um sie her
zerstören und sterilisier’n,
wo Leben möglich wär.

Doch die Chemie die uns erlaubt
ist so herbeigebombt,
denn wir sind Supernova-Staub
der weiß woher er kommt.

Die Sterne schmieden Teilchen, die
das Leben in uns braucht,
uns Kindern dieser Galaxie,
wie Welt und Sonne auch.

Doch Supernovas sind recht rar.
Die Galaxie hat drei
im Durchschnitt in einhundert Jahr’n
und sie sind schnell vorbei.

Doch viele Supernovas pro
Sekunde explodier’n
in allen Galaxien wo
wir jetzt hin eskalier’n!

Millionen Male weiter fort
als alle Sterne hier
sind noch mehr Galaxien dort
und so real wie wir.

Obwohl Milliarden Sonnen strahl’n
in uns’rer Galaxie,
ist aller Galaxien Zahl
weit größer noch als sie.

In welche Richtung wir auch schau’n,
ganz weit dort draußen sind
Milliarden Galaxien im Raum
und wir hier mittendrin.

Erstaunte Ehrfurcht macht sich breit,
wenn wir wahrhaft versteh’n,
dass um uns hier in Wirklichkeit
Trilliarden Welten steh’n.

Und beinah alle sind von hier
entsetzlich weit entfernt,
von uns’rer Heimatgalaxie
und uns’rem Heimatstern.

Von hier wo wir jetzt meditier’n
kann unser Geist uns weit
zu fernen Galaxien führ’n
im Flug durch Raum und Zeit.

Und durch die Leere überall
wo Galaxien fehl’n.
Im größten Teil des Weltenalls
ist nicht ein Stern zu seh’n.

Meditative Achtsamkeit
macht spürbar und erschließt
die wirkliche Unendlichkeit
die uns jetzt hier umschließt.

Trotz weit versprengtem Sternenglanz
ist das Kontinuum
des Universums beinah ganz
totales Vakuum.

So sind Atome rar gesäht.
Und doch sind in uns hier,
ins Fleisch wo dieser Atem weht,
Trilliarden kondensiert.

Zwei Drittel der Atome in
uns sind vom Wasserstoff
und älter als die Sterne sind.
Vom Urknall sind sie noch.

Schon seit dem Anbeginn der Zeit
ist jedes Teilchen hier
ganz unvorstellbar weit gereist
zu uns die meditier’n.

Aus Vakuum und Sonnenwind
sind sie akkumuliert
und wir die sie geworden sind
begegnen uns jetzt hier.

Als Atemluft und Speis und Trank
sind sie was uns kreiert
und bis ihr Weg sie weiter ruft
begegnen sie sich hier.

Die Teilchen, die wir sind, sind weit
gereist und sie sind wir,
die Kinder der Unendlichkeit,
uralt und jetzt erst hier.

Die Teilchen in uns trafen sich
auch früher schon manchmal
und treffen sich unweigerlich
in Zukunft auch nochmal.

Ein endlos off’ner Himmelsschlund,
lässt alles hier gescheh’n,
ist das woher wir kommen und
auch das wohin wir geh’n.

Aus Sternenstaub gemacht sind wir
und so ist in uns drin
der Kosmos in uns allen hier
wie wir in ihm drin sind.

Und deshalb sind uns Raum und Zeit
gegeben, sie zu füll’n,
Geheimnisse der Wirklichkeit
derselben zu enthüll’n.

Und so ist die Unendlichkeit
wahrhaftig zu berühr’n.
Sie ist jetzt hier und Wirklichkeit,
die Weite, die wir spür’n.

Gleich welcher Wahrheit man vertraut,
für immer bleibt’s dabei:
für immer sind wir Sternenstaub
im Flug durch Raum und Zeit.